Devil’s Peak

Was Hong Kong ebenfalls besonders macht, ist die Nähe zur Natur. Normalerweise ist man es von Großstädten gewohnt, dass man in den Zug oder das Auto steigt und dann erst einmal eine Weile unterwegs ist, um Natur zu sehen. Nicht in Hong Kong. Wir sind in die MTR an der Haltestelle Tiu Keng Leng eingestiegen, um nur eine Haltestelle weiter – Yau Tong – wieder auszusteigen. Unser Ziel: Nach Hause laufen. Sollte keine große Kunst sein, sind ja nur knapp über 3km. Aber ich würde keinen ganzen Beitrag darüber schreiben, wenn es so einfach gewesen wäre 😉 .

Will man nicht den einfachen Weg gehen, kann man auf den Devil’s Peak steigen und die Aussicht genießen – natürlich taten wir dies 😉 . Wie auch schon beim Victoria Peak fragte ich mich zwischendurch, warum ich nicht aus meinen Entscheidungen lerne – schon wieder ein Berg? Doch die Aussicht entschädigte für alles. Oben angekommen finden wir die Ruinen eines alten Forts, welches während dem zweiten Weltkrieg eine strategisch wichtige Rolle für die Briten spielte. Doch auch Piraten fanden diese Stellung toll, kann man von hier aus doch die Meerenge zwischen dem Hafengebiet und dem chinesischen Meer bestens beobachten.

Also setzten wir uns auf eine Mauer der Ruine und schauten aufs Meer hinaus. So weit hinaus, dass man kein Land mehr sehen kann. Unter uns die pure Natur; eine schmale Straße, die sich durch die Küstenlandschaft schlängelt. Von Großstadtlärm keine Spur. Eine angenehme Brise zerzaust das Haar und man könnte fast einschlafen, so schön ist es. Schwenkt der Blick nach links, entdeckt man terrassenartige Areale – ein Friedhof. Während die Ebenen für Hochhäuser genutzt werden, werden die Toten auf die Hänge verfrachtet. Der Ausblick ist schon toll, auch wenn man ihn dann nicht mehr genießen kann.

Nach einer Stunde Nichtstun begannen wir den Abstieg. Über Stock und Stein, ein flacher Wanderweg und zuletzt – Stufen. Über 500 schmale Stufen, die wir herunter gehen mussten. Klingt nicht schlimm? Ist es aber, wenn es streckenweise so eng ist, dass man nicht gerade mit dem Fuß auftreten kann. Also muss man schräg auftreten, was zu interessantem Muskelkater führt. 😛

  1. Hallo Jennifer,

    Dein Bericht und die tollen Bilder haben viele Erinnerungen an meine kleine „Wanderreise Hongkong“ geweckt. Ich war auch ganz überrascht, was für faszinierenden Wanderungen dort möglich sind – und jeden Tag leicht ermattet. Dragon’s Back, die Inseln Sai Kung, Lantau und Lamma – unglaublich, wie viel fast noch unberührte Natur in der Nähe der Metropole liegt.

    Viele Grüße
    Daniela

    • Hallo Daniela,
      das freut mich 🙂 Ja ich würde am liebsten auch wieder hin und dann z.B. auf dem Dragon’s Back wandern gehen. Der hat bei uns zeitlich leider nicht mehr gepasst.
      Viele Grüße 🙂

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