perspective – mit making of

Aufgrund des „freien“ Montags (um diese Zeit sollte man die Mainzer Innenstadt tunlichst vermeiden!) und einer Veranstaltung von „The Portfolio“ wollte ich heute ein Bild zum Thema Spiegel machen. Anfangs hatte ich die Idee, dass alles ein wenig verwirrend ist, man nicht direkt erkennt, dass hier ein Spiegel im Spiel ist. Hat aber mal wieder nicht alles so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe 😉 .
Für die nächste Idee wollte ich zwei Ecken meines Zimmers miteinander verbinden, durch einen Spiegel in ein Bild bringen. Nach einigen Aufräum- Umräumarbeiten stand das Konzept, nun war Finetuning gefragt. Wie bekomme ich die schmale Ecke auf das Bild, ohne die Tür oder die Kamera selbst mit im Bild zu haben? Schon kleinste Bewegungen am Spiegel machen mehrere Zentimeter im Spiegelbild aus (klar, so funktioniert sie eben, die Physik).

Doch wie habe ich das Bild nun gemacht? Einfach abgedrückt? Leider ist es nicht so einfach. Ich wollte sowohl mich, aber auch die Szene an sich – Spiegel und Pflanzen – scharf haben. Tageslicht war um diese Zeit schon ein wenig rar und blitzen wollte ich nicht. Was tun? → Zwei Bilder bei f/2,0 aufnehmen und kombinieren! Die beiden Originalbilder seht ihr hier:

Diese beiden Bilder habe ich in Lightroom exakt gleich bearbeitet, in Photoshop übereinandergelegt und mit einer Maske das Innere des Spiegels sichtbar gemacht. Der erste Schritt ist getan!

Im nächsten Schritt ging es darum, Steckdosen und Schalter verschwinden zu lassen – das geht schnell, dank des Kopierstempels. Die Farbe habe ich aber auch noch selektiv angepasst, vor allem im rechten Bereich des Bildes und innerhalb des Spiegels. Ich habe mich selbst mit einer Lampe aufgehellt, die passt von der Lichttemperatur nicht ganz zum schwindenden Tageslicht.

Nun wollte ich der Textur von Wand & Boden ein wenig nachhelfen. Zwei Texturen von lostandtaken in SW konvertiert und perspektivisch richtig über mein Bild gelegt, Ebenenmodus auf „Multiplizieren“. Nun noch per Maske die Pflanzen ausnehmen, fertig! Dass ich vergessen habe, dass sich die Textur vom Boden ebenfalls spiegeln sollte, haben wir jetzt nicht gemerkt.
Psst.

Das Innere des Spiegels war mir noch zu hell, hier habe ich mit dem Nachbelichten-Werkzeug nachgeholfen. Den letzten Schliff erhält das Bild durch eine Gradationskurve, die ein wenig den Kontrast erhöht, Schwarz- und Weißtöne jedoch grauer werden lässt.

Fertig! 🙂

  1. Vielen Dank für das schöne Tutorial, und die Mühe, die du dir damit gemacht hast. Das Bild ist schön geworden.

  2. Hallo Jennifer! Das ist eine sehr schöne Arbeit, gefällt mir sehr gut, die Reduktion. Viele Grüße aus Hamburg!

  3. Das Bild gefällt mir unheimlich gut! Und die Idee (Lösung) mit der Schärfe im Spiegel und in dem Vordergrund ist auch ziemlich gut. Ich hätte vermutlich versucht das irgendwie anders „heller“ und „schärfer“ zu bekommen, aber so sieht es auch super aus, vor allem mag ich die Unschärfe der Pflanzen in dem Spiegel. 😉

  4. Ich glaube, ich hätte das mit der Textur gelassen. mMn fällt es schon auf, dass im Spiegel Boden und Wand „sauber“ sind und außerhalb des Spiegels nicht. Aber vielleicht gehört das ja dazu und man muss es nur für sich so interpretieren, dass es passt ^^

  5. Ein tolles Bild und ich finde es echt super, dass du auch zeigst wie dieses Bild entstanden ist.
    Einen so schönen Blog muss ich jetzt einfach folgen 🙂

    Liebe Grüße petite fabéli

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