#52 just me – ein Resumee des Projekts 52

Dies ist es nun, das letzte Bild. Ein weiteres Mal habe ich mich auf die Reise begeben und ein Jahr lang jeden Sonntag ein Bild von mir gezeigt. Nun, nicht ganz ein Jahr, doch war die Pause zwischendrin fast geplant und im Nachhinein angehängt. Ich habe nicht gekniffen, habe nicht aufgegeben. Oft war ich kurz davor, doch mit einem kleinen Arschtritt ging das auch wieder. Bis auf wenige Ausnahmen habe ich jedes Mal ein neues Bild gemacht – hatte ich dazu keine Zeit oder keine Gelegenheit, wurde ein Archivbild für meine Idee aufbereitet. Das ist nicht unbedingt Resteverwertung, sondern einfach nur ressourcensparend ;) .

Nein wirklich, ich habe mir Mühe gegeben. Das Projekt hat mir so viel Spaß gemacht, wie es mich auch Kraft gekostet hat. Man könnte es mit einem Marathon vergleichen, den ich selbst noch nie gelaufen bin. Würde es keinen Spaß machen, würde man es nicht tun. Aber gibt es nicht auch den Moment, in dem man sich fragt „warum das alles“? In dem man sich einfach nur im Bett verkriechen möchte, weil man andere Dinge zu tun hat. Aber ich hätte aufgeben müssen. Auch wenn ich oftmals ein fauler Mensch bin, der gerne Sachen vor sich her schiebt, bin ich niemand, der einfach so aufgibt. Das habe ich weder in der Schule getan, noch im Studium. Wenn man wirklich etwas erreichen möchte, dann schafft man das auch. Auf diese Weise habe ich mich auch auf den Endspurt meines Studiums begeben, welches ich im Dezember letzten Jahres abgeschlossen habe. Ein Ziel, welches ich mir vor nun 7 Jahren gesteckt habe, jedoch nie habe träumen lassen, dass es auch tatsächlich mal so weit kommt.

Dieses Projekt ist also für mich – und nur für mich selbst – eine Dokumentation und ein Tagebuch, welches meine letzten 12 (nahezu 13) Monate zusammenfasst. Eine Reise, dessen Weg und Ziel ich nicht kannte. Nun bin ich am Ziel angekommen, befinde mich am Ende meiner Reise – und bin froh darum. Froh, dieses Projekt gemacht zu haben, doch auch froh, dass es nun endlich vorbei ist. Vielleicht werde ich die Kamera erst einmal beiseite legen und mich anderen Dingen widmen. Vielleicht verkaufe ich mein komplettes Equipment und fange bei null an. Wer weiß? Die letzten Monate haben viele Fragen in meinem Kopf aufgeworfen: Was will ich, was mag ich und wo gehe ich hin?

Auch wenn diese Bilderreise vorbei ist, ist es die meinige noch lange nicht. Ich habe einen kleinen Strudel im Kopf, einen Kompass, der mir keinen Weg zeigt. Doch gestrandet zu sein und seinen Weg neu finden zu müssen ist wahrscheinlich genau das, was ich brauche. Manchmal muss man von seinem Weg abkommen und hinterfragen, warum man diesen Trampelpfad überhaupt entlang geht. Neue Wege gibt es nie, doch werde ich einen Fuß vor den anderen setzen müssen, um meinen neuen Weg zu finden. Viele dieser Gehversuche werdet ihr hier zu sehen bekommen. Vielleicht gefällt euch etwas davon, vielleicht auch nicht. Wir lesen uns.

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